Was ist Demenz?

Demenz entsteht zu etwa 70% durch die Alzheimer-Krankheit, eine hirnorganische Krankheit, die gekennzeichnet ist durch den langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten.

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens. Erste Veränderungen können sich bereits 50 Jahre vor einer klinischen Manifestation einstellen. Demenz ist mit schulmedizinischen Mitteln nicht heilbar.

Was verursacht Demenz?

In einer 2007 vorgestellten, amerikanischen Langzeituntersuchung*) an Ordensschwestern zeigte sich, dass diejenigen, die besonders phantasievoll dichten konnten, vor Altersdemenz und geistigem Verfall fast zu einhundert Prozent geschützt waren. Inzwischen wächst die Zahl der Forscher, die, wie Prof. Richard Funk von der Technischen Universität in Dresden, davon überzeugt sind, dass besonders Menschen mit Kreativität, Offenheit und vielfältigen Interessen, relativ selten an Demenz erkranken. Bei Demenz können die ersten Veränderungen bereits 50 Jahre vor der klinischen Manifestation auftreten, die Häufigkeit steigt mit dem Lebensalter steil an.

Bei Demenzkranken nimmt nicht nur das Erinnerungsvermögen ab, sondern auch die Fähigkeit, klar zu denken und Zusammenhänge zu erfassen. Der Krankheitsverlauf und das veränderte Verhalten der Betroffenen bürdet den pflegenden Angehörigen eine kaum vorstellbare Last auf. Trotz zusätzlicher Hilfen sind aber immer weniger Familien heute in der Lage, die häusliche Betreuung aufrecht zu erhalten. Es bleibt dann nur noch die Unterbringung in ein Heim. Gute Heime sollten die Privatsphäre des Patienten schützen, seine Selbstständigkeit fördern, für geistige Aktivierung und körperliche Fitness sorgen und die Angehörigen auf Wunsch in die Pflege mit einbeziehen.
*) The Nun Study

Statistik:

In Deutschland beträgt die Zahl der Dementen z. Zt. rund 1,3 Mio.; jedes Jahr kommen etwa 35.000 Neuerkrankungen dazu. Man geht davon aus, dass sich die Zahl bis 2040 auf 2,5 Mio. Betroffene verdoppeln wird.

Für nur 4,3 Prozent der über 65-jährigen stehen in Deutschland Pflegebetten bereit (Stand 2008). In den nächsten Jahren müssen pro Jahr bis zu 25.000 Betten neu hinzukommen. Experten sprechen deshalb von einem bevorstehenden Pflege-Gau.

  • Bezogen auf Europa geht man von rund 6 Mio. Dementen aus.
  • Etwa 70% sind Frauen, 30% Männer.
  • Regionale oder soziodemografische Ausprägungen sind bislang nicht feststellbar.
  • Die direkten Kosten für die Langzeitpflege betragen in Deutschland je Patient und Jahr zwischen € 60.000,- und € 80.000,-. Von diesen Kosten tragen die betroffenen Familien rund 70%, nur 30% der Kosten werden von den Kassen übernommen. Zusätzlich zu berücksichtigen sind erhebliche indirekte Kosten z. B. für Umbauten und andere Folgekosten.
  • Weniger als 20% der Patienten kommen heute in den Genuss einer „angemessenen“ Therapie – Tendenz weiter fallend.
  • Der Anteil der familiären Pflege geht dramatisch zurück.
  • Diese Defizite sollen u. a. durch den verstärkten Einsatz neuer Medikamente kompensiert werden.